Wissenswertes rund um die Fütterung
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Rund um die Hundeernährung gibt es heute eine große Vielfalt an Informationen, Fütterungsformen und Futtermitteln. Online finden sich zahlreiche Empfehlungen, Erfahrungsberichte und auch Futtermittelrechner, die bei der Zusammenstellung einer Ration helfen sollen. Das kann Orientierung geben – lässt aber oft trotzdem Unsicherheit zurück: Passt die Ernährung wirklich zu meinem Hund? Ist er mit allem versorgt, was er braucht?
In der Praxis zeigt sich, dass pauschale Empfehlungen oder standardisierte Berechnungen den individuellen Bedürfnissen eines Hundes häufig nicht vollständig gerecht werden. Faktoren wie Alter, Aktivität, Lebensumstände, Verdauung und Stoffwechsel spielen eine ebenso große Rolle wie die konkrete Zusammensetzung der Ration.
Noch komplexer wird das Thema, wenn Hunde gesundheitlich eingeschränkt sind. Ob nach infektiösen Erkrankungen wie Giardien, bei sensibler Verdauung, Futtermittelunverträglichkeiten, Allergien oder chronischen Erkrankungen – hier reicht es oft nicht aus, Futter einfach „umzustellen“. Vielmehr braucht es eine strukturierte, fachlich fundierte Betrachtung der gesamten Ernährung.
Genau hier setzt die Ernährungsberatung an. Ziel ist es, Ordnung in die Vielzahl an Informationen zu bringen, Zusammenhänge verständlich zu erklären und eine Ernährung zu entwickeln, die auf die individuelle Situation deines Hundes abgestimmt ist - und hierbei unterstütze ich dich und deinen Hund.
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Allergien und Futterunverträglichkeiten gehören zu den häufigsten Ursachen für chronische Beschwerden beim Hund. Dabei ist es wichtig, zwischen echten Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten zu unterscheiden – denn Diagnose, Fütterung und Management unterscheiden sich deutlich.
Gemeinsam haben beide Probleme, dass sowohl beim Hund, aber auch beim Besitzer der Leidensdruck sehr hoch sein kann. Verständlicherweise wird dann häufig das Futter gewechselt, in der Hoffung, endlich Abhilfe zu schaffen. Was leider viele Besitzer nicht wissen (und woher auch?): Hatte der Hund bereits viele unterschiedliche Futterquellen im Napf, kann dies die spätere Ursachenfindung deutlich erschweren.
Wichtig zu wissen:
Ein Blut- oder Allergietest allein reicht nicht aus, um eine Futtermittelallergie sicher zu diagnostizieren. Der Goldstandard ist eine konsequent durchgeführte Ausschlussdiät, bei der gezielt getestet wird, welche Bestandteile vertragen werden – und welche nicht.Die wichtigsten Unterscheidungen in Kürze:
Futtermittelallergien sind immunologisch bedingt. Das Immunsystem reagiert überempfindlich, meist auf bestimmte Eiweiße tierischen Ursprungs. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautentzündungen, Ohrenprobleme oder wiederkehrende Magen-Darm-Beschwerden. Allergien entwickeln sich häufig schleichend und können auch auf Futtermittel auftreten, die der Hund jahrelang problemlos gefressen hat.Futtermittelunverträglichkeiten hingegen sind keine Immunreaktionen. Hier liegt meist eine eingeschränkte Verdauungsleistung, eine gestörte Darmflora oder eine Überforderung des Verdauungstrakts vor. Symptome äußern sich häufig über Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Erbrechen oder wechselnde Kotkonsistenzen.
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Eine seriöse Ernährungsberatung kennt ihre Grenzen. Ernährung kann viel bewirken, ersetzt jedoch keine medizinische Diagnostik. Deshalb ist es in bestimmten Situationen wichtig, den Tierarzt mit einzubeziehen.
Das gilt nicht nur bei bestehenden Beschwerden. Auch wenn sich im Rahmen der Anamnese oder anhand geschilderter Symptome Auffälligkeiten zeigen, die auf eine gesundheitliche Problematik hindeuten, ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.
Zeigt ein Hund trotz bedarfsgerechter Fütterung zum Beispiel dauerhaft Untergewicht, treten Hautveränderungen, Magen-Darm-Probleme oder andere wiederkehrende Symptome auf, liefern tierärztliche Untersuchungen wichtige Grundlagen für eine zielführende Ernährungsanpassung.
Blutwerte, Kotuntersuchungen und insbesondere eine tierärztliche Diagnose können entscheidend sein, um die Ernährung fachlich fundiert auszurichten. Nur auf dieser Basis ist eine Beratung sinnvoll, seriös und letztlich auch im Interesse des Hundes und seines Besitzers.
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Diese Frage beschäftigt viele Hundehalter – besonders dann, wenn Unsicherheit entsteht oder der Hund sensibel auf Futter reagiert. Die klare Antwort vorweg: Das eine „beste“ Futter gibt es nicht.
Bei Fertigfuttern – egal ob Nass- oder Trockenfutter – stehen Hundehalter heute vor einer enormen Auswahl. Unterschiedliche Hersteller, Herstellungsverfahren und Qualitätsstufen machen die Entscheidung nicht leicht. Hinzu kommt, dass sich Deklarationen und Werbetexte oft sehr ähnlich anhören und auf den ersten Blick hochwertig wirken. Ob ein Futter tatsächlich gut geeignet ist, lässt sich dadurch jedoch nicht immer eindeutig erkennen.
Gekochte Rationen werden von vielen Besitzern zunächst als sehr aufwendig wahrgenommen. In der Praxis können sie jedoch eine gut umsetzbare Möglichkeit sein, die Fütterung individuell anzupassen – insbesondere bei sensiblen Hunden oder besonderen Anforderungen. Eine gute zeitsparende Alternative können hier auch Reinfleischdosen oder eine Mischration sein. Entscheidend ist, dass die Ration zum Hund und zum Alltag des Besitzers passt.
Auch rohe Fütterung kann für manche Hunde eine Option sein, ist jedoch nicht für jeden Hund gleichermaßen geeignet und sollte immer zur individuellen Situation passen.
Unabhängig von der gewählten Fütterungsform gilt: Eine gute Ernährung orientiert sich nicht an Trends oder Versprechen, sondern am individuellen Bedarf, der Verträglichkeit und der langfristigen Umsetzbarkeit – für Hund und Halter gleichermaßen.
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Magen-Darmerkrankungen beim Hund können sehr unterschiedlich verlaufen – von immer wiederkehrenden, eher milden Beschwerden bis hin zu chronischen Problemen. Viele Hundehalter berichten von Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen oder wechselnden Kotkonsistenzen, die scheinbar ohne klare Ursache auftreten.
In manchen Fällen stecken hinter solchen Symptomen funktionelle Störungen oder vorübergehende Verdauungsprobleme. Es können jedoch auch ernsthaftere Erkrankungen vorliegen, wie zum Beispiel das Reizdarmsyndrom (BSD) oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (IBD). Diese Erkrankungen entwickeln sich häufig schleichend und erfordern eine besonders sorgfältige Einordnung - unbeding auch mit tierärztlicher Unterstützung.
Gerade bei länger bestehenden oder wiederkehrenden Beschwerden spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Ein empfindlicher Magen-Darm-Trakt reagiert oft sensibel auf bestimmte Futterbestandteile, Fütterungsrhythmen oder häufige Futterwechsel. Auch Stress oder vorausgegangene Erkrankungen können das Verdauungssystem zusätzlich belasten.
Nicht jede Magen-Darmerkrankung lässt sich sofort eindeutig zuordnen. Umso wichtiger ist es, den Verdauungstrakt gezielt zu entlasten und die Fütterung an die individuelle Situation des Hundes anzupassen. Eine gut verträgliche, ruhige Fütterung kann dazu beitragen, den Darm zu stabilisieren und Beschwerden langfristig zu lindern.
Ziel ist es dabei nicht, Symptome kurzfristig zu überdecken, sondern den Magen-Darm-Trakt nachhaltig zu unterstützen..
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Sodbrennen wird beim Hund häufig unterschätzt oder nicht direkt erkannt. Typische Anzeichen können vermehrtes Schlucken, Schmatzen, Aufstoßen, Unruhe nach dem Fressen oder gezieltes Grasfressen sein. Auch wechselnder Appetit oder das Ablehnen bestimmter Mahlzeiten können Hinweise sein.
Ursache ist meist aufsteigende Magensäure, die die Schleimhaut der Speiseröhre reizt. Auslöser können unter anderem ungeeignete Futtermittel, zu große Mahlzeiten, lange Fresspausen oder eine insgesamt schlecht angepasste Ration sein.
Gerade bei wiederkehrendem Sodbrennen kann eine Überprüfung der Ration sinnvoll sein, zum Beispiel im Hinblick auf die Proteinmenge. Viele Fertigfutter enthalten sehr hohe Proteingehalte, die nicht für jeden Hund geeignet sind und den Magen zusätzlich belasten können – insbesondere bei empfindlichen Hunden.
Durch eine angepasste Fütterungsstrategie lässt sich der Magen häufig deutlich entlasten. Kleinere, gut verträgliche Mahlzeiten, eine passende Zusammensetzung und feste Fütterungszeiten können dazu beitragen, Beschwerden zu reduzieren und dem Hund mehr Wohlbefinden zu verschaffen.
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Leckerlis gehören (zurecht ;-) für viele Hunde zum Alltag – sei es als Belohnung, im Training oder einfach als kleine Aufmerksamkeit zwischendurch. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, entscheidend ist jedoch die Menge, Zusammensetzung und der bewusste Einsatz.
Viele handelsübliche Leckerlis enthalten mehrere Proteinquellen, Zusatzstoffe oder einen hohen Fett- und Energiegehalt. Gerade bei sensiblen Hunden, bei Allergien oder bei Gewichtsproblemen können sie unbemerkt zu Beschwerden beitragen oder eine ausgewogene Fütterung aus dem Gleichgewicht bringen.
Leckerlis sollten daher immer Teil der Gesamtration sein und dabei etwa 10% ausmachen. Alternativ können natürlich auch Rationsbestandteile gezielt als Belohnung genutzt werden – besonders bei empfindlichen oder diätetisch geführten Hunden.
Weniger, gezielt ausgewählt und gut verträglich eingesetzt, können Leckerlis problemlos in den Alltag integriert werden und finden in meinen Plänen ebenfalls ihren Platz.
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Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist maßgeblich an der Verdauung beteiligt, da sie Enzyme zur Aufspaltung von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten bereitstellt. Ist ihre Funktion gestört, kann dies zu sehr unterschiedlichen – teils deutlichen – Verdauungsproblemen führen.
Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)
Bei der EPI produziert die Bauchspeicheldrüse dauerhaft zu wenig Verdauungsenzyme. Der Hund kann die Nährstoffe aus dem Futter nicht ausreichend verwerten.
Typische Anzeichen sind starker Gewichtsverlust trotz gutem Appetit, große Futtermengen ohne Gewichtszunahme, voluminöser, heller oder fettiger Kot, Blähungen und häufige Durchfälle. Viele Hunde wirken ständig hungrig, bleiben aber schlecht genährt.Pankreatitis (akut oder chronisch)
Bei einer Pankreatitis handelt es sich um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Sie kann plötzlich auftreten (akut) oder schleichend verlaufen (chronisch).
Mögliche Symptome sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Apathie oder ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand. Chronische Verläufe sind oft weniger eindeutig, können aber langfristig zu einer eingeschränkten Pankreasfunktion führen.Funktionelle Pankreasstörungen
Nicht immer liegt eine klar diagnostizierbare Erkrankung vor. Auch funktionelle Störungen der Bauchspeicheldrüse können die Verdauung beeinträchtigen. Diese äußern sich häufig durch instabile Kotkonsistenzen, Blähungen oder eine schlechte Futterverwertung – ohne eindeutige Laborbefunde.
Die Diagnose erfolgt stets tierärztlich. Auf dieser Basis kann die Ernährung gezielt angepasst werden. Eine gut verträgliche Fütterung, angepasste Fettmengen, geeignete Fütterungsrhythmen und – je nach Erkrankung – weitere unterstützende Maßnahmen können helfen, den Verdauungstrakt zu entlasten und die Lebensqualität des Hundes zu verbessern.
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Giardien sind einzellige Darmparasiten, die vor allem den Dünndarm des Hundes besiedeln. Sie kommen häufig vor und betreffen nicht nur Welpen, sondern auch erwachsene Hunde. Eine Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen – von symptomlos bis hin zu ausgeprägten Verdauungsproblemen.
Typische Anzeichen sind wiederkehrender oder schleimiger Durchfall, oft mit wechselnder Konsistenz, Blähungen, Bauchschmerzen oder Gewichtsverlust. Manche Hunde zeigen trotz Infektion nur milde oder zeitweise Symptome, was die Einordnung erschweren kann.
Die Diagnose erfolgt über eine Kotuntersuchung beim Tierarzt. Da Giardien nicht kontinuierlich ausgeschieden werden, sind häufig Sammelkotproben notwendig.
Ernährung spielt begleitend eine wichtige Rolle. Während und nach einer Giardieninfektion ist der Darm meist stark gereizt. Bewährt haben sich gut verdauliche, reduzierte und überschaubare Fütterungskonzepte, die den Darm nicht zusätzlich belasten. Eine vorübergehende Anpassung der Kohlenhydratquellen sowie der Verzicht auf unnötige Zusätze können helfen, die Verdauung zu stabilisieren.
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SIBO steht für eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms. Dabei vermehren sich Bakterien in einem Darmabschnitt, in dem sie normalerweise nur in geringer Zahl vorkommen. Die Folge ist eine gestörte Verdauung und Nährstoffaufnahme.
Typische Symptome sind Blähungen, weicher oder wechselnder Kot, Durchfall, Bauchgeräusche, Gewichtsverlust oder ein insgesamt instabiler Verdauungsverlauf. Die Beschwerden können schwanken und ähneln teilweise anderen Magen-Darm-Erkrankungen, was die Einordnung erschwert.
SIBO tritt häufig nicht isoliert, sondern begleitend zu anderen Erkrankungen auf, etwa bei chronischen Darmerkrankungen, nach Infektionen oder bei gestörter Darmmotilität. Eine tierärztliche Abklärung ist daher wichtig, um mögliche Ursachen zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Auch die Ernährung spielt eine unterstützende Rolle. Ziel ist es, den Dünndarm zu entlasten und leicht verdauliche Nährstoffe bereitzustellen. Eine individuell angepasste Fütterung mit gut verträglichen Komponenten kann dazu beitragen, Symptome zu reduzieren und die Verdauung zu stabilisieren.
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Der Begriff „Darmsanierung“ wird häufig verwendet, ist jedoch irreführend. In der Praxis geht es weniger darum, den Darm zu „sanieren“, sondern vielmehr darum, ihn in seiner Funktion gezielt zu unterstützen und wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Nach Erkrankungen, Parasitenbefall, Antibiotikagaben oder chronischen Verdauungsproblemen ist oft nicht nur die Darmflora, sondern auch die Darmschleimhaut beeinträchtigt. Genau hier setzt eine sinnvolle Begleitung an.
Wichtige Bausteine können sein:
Unterstützung der Darmschleimhaut, z. B. durch gut verträgliche, reizarmen Futterkomponenten
Präbiotische Substanzen wie FOS oder MOS, die ausgewählte Darmbakterien fördern können
Probiotika, gezielt eingesetzt und nicht wahllos kombiniert
eine strukturierte, konstante Fütterung, um den Darm nicht zusätzlich zu belasten
Entscheidend ist dabei das gezielte Vorgehen. Nicht jeder Hund profitiert von jeder Maßnahme, und ein „Mehr“ ist nicht automatisch besser. Gerade Pro- und Präbiotika sollten passend zur individuellen Situation eingesetzt werden, da sie bei empfindlichen oder entzündlichen Prozessen auch kontraproduktiv sein können.
Eine Darmsanierung ist daher kein Standardprogramm, sondern ein individuell abgestimmter Prozess, der sich am aktuellen Zustand des Hundes orientiert und Schritt für Schritt erfolgt.
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Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der die Nieren ihre Funktion nach und nach verlieren. Sie tritt vor allem bei älteren Hunden auf, kann aber auch jüngere Tiere betreffen. Da die Veränderungen oft schleichend verlaufen, bleibt die Erkrankung lange unbemerkt.
Typische Hinweise können vermehrtes Trinken und Urinieren, Gewichtsverlust, nachlassender Appetit, Übelkeit oder ein insgesamt reduzierter Allgemeinzustand sein. Die Diagnose erfolgt über tierärztliche Untersuchungen, insbesondere anhand von Blutwerten, Urinbefunden und dem klinischen Gesamtbild.
Die Ernährung spielt bei CNI eine zentrale unterstützende Rolle. Ziel ist es, die Nieren möglichst zu entlasten und gleichzeitig eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Dazu gehören unter anderem:
eine angepasste Proteinmenge und -qualität
die Kontrolle von Phosphor
eine ausreichende Energieversorgung, um weiteren Gewichtsverlust zu vermeiden
sowie eine bedarfsgerechte Versorgung mit essentiellen Nährstoffen
Wichtig ist dabei, dass jede Anpassung individuell erfolgt und sich am Stadium der Erkrankung, den aktuellen Blutwerten und der Verträglichkeit des Hundes orientiert. Pauschale Empfehlungen oder drastische Einschränkungen sind nicht zielführend.
Eine auf die CNI abgestimmte Ernährung kann dazu beitragen, Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung positiv zu begleiten und die Lebensqualität des Hundes möglichst lange zu erhalten.
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Der Begriff „Entgiftung“ wird im Zusammenhang mit der Hundeernährung häufig verwendet, darf aus meiner Sicher aber durchaus kritisch betrachtet werden. Der Körper verfügt grundsätzlich über eigene Entgiftungsorgane – vor allem Leber, Nieren und Darm – deren Aufgabe es ist, Stoffwechselprodukte und belastende Substanzen auszuscheiden.
In der Praxis geht es daher weniger darum, den Hund aktiv zu „entgiften“, sondern vielmehr darum, die natürlichen Entgiftungsprozesse des Körpers gezielt zu unterstützen. Dies kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn diese Organe bereits belastet sind, etwa durch Erkrankungen, Medikamente oder eine längere Fehlbelastung.
Neben einer angepassten, gut verträglichen Ernährung können auch ausgewählte Hilfsmittel sinnvoll eingesetzt werden, um Leber und Nieren zu unterstützen. Dazu zählen zum Beispiel:
Mariendistel, die häufig zur Unterstützung der Leberfunktion eingesetzt wird
Artischocke, die den Fettstoffwechsel und die Leberarbeit begleiten kann
Omega-3-Fettsäuren, die bei Leber- und Nierenerkrankungen unterstützend wirken können
Wichtig ist dabei, dass solche Mittel gezielt und angepasst eingesetzt werden. Nicht jeder Hund profitiert von jeder Maßnahme, und auch hier gilt: mehr ist nicht automatisch besser.
Pauschale Detox-Kuren oder kurzfristige Maßnahmen sind weder notwendig noch sinnvoll. Eine verantwortungsvolle Begleitung orientiert sich immer am individuellen Hund, seinem Gesundheitszustand und – wenn vorhanden – an tierärztlichen Befunden.
Ziel ist es nicht, den Körper „zu reinigen“, sondern ihn so zu unterstützen, dass seine natürlichen Funktionen zuverlässig und möglichst störungsfrei arbeiten können.
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Harnsteine entstehen einfach formuliert, wenn sich bestimmte Stoffe im Urin zusammenlagern und verhärten. Dieser Prozess verläuft oft schleichend und bleibt zunächst unbemerkt. Je nach Zusammensetzung unterscheiden sich Harnsteine deutlich in Ursache, Verlauf und den Möglichkeiten, sie über die Ernährung zu beeinflussen.
Typische Anzeichen können häufiges oder schmerzhaftes Urinieren, vermehrter Harndrang bei kleinen Urinmengen, Blut im Urin oder vermehrtes Lecken im Genitalbereich sein. Welche Symptome auftreten, hängt unter anderem von Größe, Lage und Art der Harnsteine ab.
Zu den häufigsten Harnsteinen beim Hund zählen Struvit-, Calciumoxalat-, Urat- und Cystinsteine. Dabei spielt der pH-Wert des Urins eine wichtige Rolle, da bestimmte Steinarten sich bevorzugt in einem zu alkalischen oder zu sauren Milieu bilden. Über die Ernährung lässt sich der pH-Wert des Urins gezielt beeinflussen, was ein zentraler Ansatz im Management von Harnsteinen ist.
Struvitsteine entstehen häufig im Zusammenhang mit Harnwegsinfektionen, können aber auch durch die Zusammensetzung des Futters begünstigt werden. Ein hoher Gehalt an Magnesium und Phosphor, eine hohe Stickstoffbelastung sowie carbonathaltige Bestandteile können die Bildung von Struvitsteinen fördern, insbesondere wenn der Urin dauerhaft zu alkalisch ist. Begleitend zur tierärztlichen Behandlung lassen sich Struvitsteine häufig gut über die Ernährung beeinflussen, da sie sich bei gezielter Anpassung des Urins wieder auflösen können.
Calciumoxalatsteine sind nicht über die Ernährung auflösbar. Dennoch kann eine gezielte Fütterung helfen, das Risiko für Neubildungen zu senken – unter anderem durch eine angepasste Mineralstoffversorgung, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und eine pH-Wert-angepasste Ernährung.
Uratsteine stehen häufig im Zusammenhang mit Störungen des Purinstoffwechsels oder Lebererkrankungen. Sie lassen sich durch eine purinarme Ernährung positiv beeinflussen, die auch den Harn in einen günstigeren Bereich lenken kann.
Cystinsteine sind selten und meist genetisch bedingt. Auch hier kann eine angepasste Ernährung unterstützend wirken, meist in Kombination mit weiteren therapeutischen Maßnahmen.
Die Ernährung spielt beim Umgang mit Harnsteinen eine zentrale Rolle – jedoch immer abhängig von der diagnostizierten Steinart. Pauschale Umstellungen sind nicht zielführend. Ziel ist es, den Urin gezielt zu beeinflussen, die Harnwege zu entlasten und Rückfällen vorzubeugen – auf Basis tierärztlicher Befunde und individuell angepasst an den Hund.
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Der Maulraum ist der erste Abschnitt der Verdauung und spielt damit eine zentrale Rolle für die gesamte Gesundheit des Hundes. Veränderungen an Zähnen und Zahnfleisch bleiben jedoch oft lange unbemerkt.
Beläge, Zahnstein oder Entzündungen im Maul können Schmerzen verursachen und die Futteraufnahme beeinträchtigen. Typische Hinweise sind Maulgeruch, gerötetes Zahnfleisch, Zahnstein oder verändertes Fressverhalten.
Ernährung kann die Zahngesundheit unterstützen, ersetzt jedoch keine Zahnpflege und keine tierärztliche Kontrolle. Kauartikel oder bestimmte Fütterungsformen können zur mechanischen Reinigung beitragen, sind aber nicht für jeden Hund gleichermaßen geeignet.
Eine regelmäßige Kontrolle des Maulraums ist daher ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge – denn gesunde Zähne bilden die Grundlage für eine funktionierende Verdauung.